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Gegen die Freigabe der PS Beschränkung!

Helfen Sie mit, dass in Zukunft keine Boote mit einer Leistung von 50/100/200PS und mehr PS den Geiseltalsee befahren.

Hersteller wie TORQEEDO® machen es möglich fast geräuschlos auf dem Wasser unterwegs zu sein. Auch größere Fahrgastschiffe können elektrifiziert werden und sind somit genauso sicher wie konventionelle Antriebe.

Seid der Eröffnung des See`s besteht die Leistungsgrenze von 20PS, was sich bewährt hat, denn in diesem Zeitraum gab es keinerlei Unfälle am See. Werden sich alle daran halten, nicht schneller als 10 km/h zu fahren? Leider liegt die Vermutung nahe, dass es zu erhöhten Geschwindigkeiten kommen wird. Daran gekoppelt ist neben der Lautstärke die Wasserverdrängung. Je mehr Wellengang umso größer der Einschnitt am Ufer. Eine Unterspülung kann dazu führen, dass einzelne Bereiche abbrechen und somit die Uferflächen kleiner werden.

Was passiert, wenn ohne regelmäßige Kontrollen schneller gefahren wird? Ein erhöhtes Unfallrisiko ist das Resultat, gerade für ungeübte Freizeitkapitäne. Muss erst ein Unfall passieren damit reagiert wird? Auf dem Geiseltalsee gibt es aktuell keine stationäre Wasserschutzpolizei, welche Kontrollen durchführen könnte. Halle ist für den Geiseltalsee zuständig, dies ist nach Aussage aber nur unregelmäßig möglich, da es an Ressourcen fehle.

Zahlreiche Menschen wie Segler, Paddler, Angler, Taucher oder schwimmende Urlauber genießen den See, wie er aktuell beschaffen ist. Genau diese Idylle und Ruhe, welche die Besucher bewusst am Geiseltalsee suchen und finden, wird erheblich gestört durch zu laute und starke Motoren. Auf vergleichbaren Gewässern in Deutschland sind ausschließlich Elektromotoren am Boot zugelassen, welche wie der Geiseltalsee keinen natürlichen Zufluss haben. Da mehr Boote mit größeren Motoren auch mehr Emmissionen produzieren, wird die Wasserqualität zwangsläufig darunter leiden.

Wer sich ebenfalls gestört fühlt, kann seinen Ärger Luft machen. Am besten schreibt man jemanden an, der damit zu tun hat. Anbei einige Mail Adressen öffentlicher Einrichtungen, welche am Entscheidungsprozess beteiligt sind oder am See und deren Verwaltung mitwirken. Wer uns unterstützen möchte, aber keine Lust hat E-mails zu verfassen, sollte sich an der Petition auf change.org beteiligen.

- wasserbehoerde@saalekreis.de

- poststelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

- pd-sued@polizei.sachsen-anhalt.de

- umweltamt@magdeburg.de

- umweltamt@saalekreis.de

- sekretariat@muecheln.de

- stadt_braunsbedra@t-online.de

Pressemitteilung zur Allgemeinverfügung Geiseltalsee

NABU Merseburg-Querfurt e.V.

 

Mit großer Verwunderung hat der Regionalverband Merseburg-Querfurt e.V. des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Presseberichte zur Kenntnis genommen, wonach sowohl die Zahl der auf dem Geiseltalsee zugelassenen Boote als auch deren Motorisierung gegenüber dem aktuellen Stand per Allgemeinverfügung geändert werden sollen. Der NABU befürchtet hier eine überaus negative Entwicklung.

Es ist seit langem bekannt, dass große Teile des Geiseltalsees unter strengem Naturschutz stehen. Zentrale Halbinsel- und Inselbereiche sowie umliegende Wasserflächen sowie die nördlichen Uferbereiche und Halden sind als NSG „Bergbaufolgelandschaft Geiseltal“ als Naturschutzgebiet gesichert. Damit zählt das Gebiet zu den wenigen in Sachsen-Anhalt ausgewiesenen Schutzgebieten in der Bergbaufolgelandschaft. Letztere gehören zu den artenreichsten Vogel- und Insektenlebensräumen Sachsen-Anhalts. Beiden Artengruppen geht es nachgewiesenermaßen sehr schlecht. Viele Arten sind in der Normallandschaft bereits verschwunden oder stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Und damit nicht genug.

Der Geiseltalsee erfüllt ebenso die Kriterien zur Ausweisung als EU-Vogelschutzgebiet. Aufgrund der enormen Bedeutung als Brut- und Rastgebiet zahlreicher Wasservogelarten sprach die Vogelschutzorganisation BirdLife International dem Gebiet daher bereits vor vielen Jahren den Status eines Important Bird Area (IBA) zu. Solange Sachsen-Anhalt keine Ausweisung als EU SPA vornimmt, gelten hier nach einschlägiger Rechtsprechung die besonders strengen Schutzbestimmungen eines „faktischen Vogelschutzgebietes“. Dies verbietet alle Nutzungen, die einen schädigenden Einfluss auf die Vogelgemeinschaften ausüben können. Es gilt praktisch eine Veränderungssperre. Der Geiseltalsee beherbergt bspw. überregional bedeutsame Rastvorkommen von Reiher-, Tafel- und Kolbenenten, Saat- und Blässgänsen, Kranichen sowie landesweit bedeutsame Brutkolonien von Steppenmöwe, Flussseeschwalbe, Schwarzkopfmöwe oder Kormoran.

Alle diese Arten sind auf reiche Fisch- und Wasserinsekten- und Muschelvorkommen angewiesen und profitieren somit von störungsberuhigten Seeflächen mit guter bis sehr guter Wasserqualität. Mit der Freigabe des südlichen Seeteils als Wassersportgebiet und für Badebetrieb nahm die nutzbare Fläche für die Vögel ab, jedoch kann dies im Moment noch durch größere, ungestörte Bereiche im Norden und die Ausbreitung von nahrungsreichen Schilfgebieten in zahlreichen Uferbereichen ausgeglichen werden.

Mit der geplanten Freigabe des nördlichen Seeteils, der Zunahme des Bootsverkehrs und der Fahrgeschwindigkeiten werden die besonders sensiblen Uferbereiche und Röhrichte und somit die dort brütenden Vogelarten viel stärkeren Schädigungen ausgesetzt sein. Ebenso nimmt die störungsfreie Nahrungs- und Rastfläche für alle Vogelarten dramatisch ab.

Diese Entwicklung kann der NABU Regionalverband, der im Landkreis fast 1.000 Mitglieder vertritt, nicht akzeptieren. Die über viele Jahre erfolgte Entwicklung des sanften Tourismus sowie der reichhaltigen Vogelwelt, die die Mehrheit der sich hier erholenden Wassersportler, Radler, Wanderer und naturverbundenen Menschen gutheißt, darf nicht den Interessen weniger Motorsportfreunde geopfert werden. „Notfalls werden wir die Verträglichkeit des motorbetriebenen Wassersports mit den Schutzgebietszielen gerichtlich überprüfen lassen. Noch glauben wir aber an eine einvernehmliche Regelung“, so NABU-Vorsitzender Martin Schulze.

Der NABU Regionalverband fordert daher den Landkreis auf, die bisherigen Regelungen beizubehalten und Neuzulassungen von Wasserfahrzeugen generell auf Segelboote und mit Elektromotoren betriebene Fahrzeuge zu beschränken. Ebenso müssen die Schutzbestimmungen künftig besser eingehalten werden. Dazu zählen häufigere behördliche und polizeiliche Kontrollen ebenso wie das Ausbringen von Bojenketten und Schutzgebietsmarkierungen. Große Bereiche des nördlichen Seeteils sollen zudem vor zusätzlichen Störungen durch Bootsverkehr bewahrt werden. Zeitlich-räumliche Einschränkungen zu den Brutzeiten sowie Hauptrastzeiten Tausender nordischer Wasservögel wären ebenso denkbar wie ein großräumiges Angelverbot, um die Artenvielfalt zu erhalten.

„Es ist bekannt, dass sich die Fluchtdistanzen von Wasservögeln adäquat zu Bootsgröße, -lärm und
-geschwindigkeit vergrößern. Bis zu 700 m betragen die eingehaltenen Abstände zu Motorbootstrecken. Man kann sich ausrechnen, wieviel ungestörte Fläche den Wasservögeln dann noch verbleibt. Wir appellieren daher an die Vernunft der hiesigen Kreis- und Kommunalpolitiker, denn hier steht die Entwicklung einer Region auf dem Spiel. Das eindrucksvolle Interesse der Menschen an einer intakten Umwelt wurde gerade bei dem Volksentscheid in Bayern wieder einmal bewiesen. Wir sind überzeugt – auch die Menschen in unserer Region wollen keinen Lärm oder Ölteppiche am und auf dem Geiseltalsee. Natur und Mensch sind vereinbar, aber nur wenn der Natur ausreichend Platz gelassen wird“, so Martin Schulze.

 

 

 

Martin Schulze

1. Vorsitzender, NABU RV Merseburg-Querfurt e.V.

 

Artikel Vogelschutzgebiete von NABU Sachsen-Anhalt:

​Quelle: https://sachsen-anhalt.nabu.de/natur-und-landschaft/naturschutz/natura-2000-gebiete/natura2000.html

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